Ich mache Ambient und Drone und das Killerfeature neben der Multidelayfunktion war für mich das Ladder Filter (ala Moog) und der Effektweg für das Delay Signal. Ich kann also mit dem Delaysignal in einen Verzerrer/Reverb/Octaver oder jedes beliebige andere Effektgerät reingehen und es dann filtern und zwar mit einem echten Ladder Filter wie in einem Synth. So kann ich mit dem LD303 zusammen mit anderen Effekten eigene ganz individuelle Engines bauen. Eigentlich Mega!
Aber hier mal das Fazit vorweg, Details kommen dann unten: Die Idee für das Gerät ist genial. Aber die Umsetzung ist sowohl beim Sounddesign (Filter, Tape/Analog, nebengeräusche) als auch beim optischen Design (LEDS, Lila Druck), als auch bei der Bedienung (Buchsen, Potis, Signalfluss) schlecht. Das Gerät wirkt billig.
Zu den Details:
Die Klangunterschiede zwischen Tape, Analog und Normal sind eher gering. Vor wenn man auch das Filter verwendet, gehen diese Nuancen sogar komplett verloren. Bei Tape fehlt Grittiness bei Übersteuerung und bei Analog das Aliasing und Rauschen bei langen Delayzeiten. Hier wäre ein simpler Driveregler viel nützlicher gewesen, zumal das Filter des Delays ja nur etwas bringt, wenn das Signal obertonreich ist. Ein Driveregler würde auch automatisch den Pegel hohen Feedbackwerten durch Klippen begrenzen.
Das Filter verhällt sich nicht wie ein Moog Filter, auch wenn eine Ladderanordnung der Transistoren verbaut sein mag. Anders als ein Moog Ladder ist Selbstoszillation bei hoher resonanz nicht möglich. Zweitens ist der Regelweg des Frequenzreglers nicht gut skaliert skaliert. Der Bereich, wo es schön zwitschert ist ziemlich eng. Schöne Filterfahrten sind leider sehr schwer möglich.
Noch schlimmer machen das die extrem hellen LEDs. Die Lila Schrift auf schwarzem glänzenden Grund ist dann praktisch unsichtbar. Auf der Bühne, müsste ich das Teil blind bedienen. Doch, dass dieses Delay so viele Potis hat und das Tweaken live erlaubt, sollte ja gerade seine Stärke sein.
Einige Potis erkennt man aber im Dunkeln. Es sind die mit Schaltfunktion. Die sind nämlich viel wabbeliger und wackeliger als die anderen und haben auch einen viel geringeren Drehwiderstand. Sie wirken extrem billig. Das kenne ich von anderen Herstellern anders, da gehen alle Potis gleich schwer, egal ob schaltbar oder nicht.
Der Signalfluss in der Anleitung stimmt nicht. Demnach läge der Effektweg nach dem Feedback nur in einem der beiden Kanäle. Aber er liegt im Feedback Pfad und ist auch Stereo.
Wenn ihr das Gerät Mono verwendet und ein Effektgerät einschleifen wollt, dürfte ihr nicht den linken Eingang nehmen auf dem "Mono" steht. Der sendet nämlich den Effekt nur auf den Ring des Steckers vom Send-Ausgang nicht auf die Spitze. Ihr müsst dann in den rechten Eingang rein.
Das Hauptproblem beim Effektweg ist aber, dass es hier oft zu Rauschen und Störungen kommt, wenn man andere Effekte einschleift. Die CPU Clock drückt dann irgendwie durch. Mit einigen Effekten von Boss, MXR und Eventide konnte ich das reproduzieren.
Die Buchsen liegen sehr eng beieinander. Plant gleich den Preis für ungewinkelte Patchkabelmit kleinem Stecker mit ein, falls ihr immernoch Lust habt, das Teil zu kaufen.