Der Kasten fühlt sich oft so an, als hätte ich das Instrument vergessen, er ist aber einfach mit Instrument schön leicht -- und deutlich vertrauenswürdiger als die günstigeren noch leichteren Kästen, die ja aus stoffbespanntem Styropor bestehen. Also eine gute Lösung, wenn man mit mehreren Instrumenten zu Fuß unterwegs ist.
Welche Unfälle der Kasten aushält, habe ich glücklicherweise noch nicht getestet, insbesondere bin ich (trotz Glatteis) noch nicht draufgefallen und es hat niemand absichtlich dagegengetreten (mit anderen Instrumenten schon passiert). Die Stoffbespannung wirkt ein bisschen, als hätte sie beim Transport in Kofferräumen und an rauhen Wänden und Böden schon etwas an Glanz verloren, aber ausgefranst ist noch nix. Notfalls müsste ich halt eine Hülle verwenden oder einen Flicken draufkleben.
Der Kasten schließt sehr dicht, man muss ihn aktiv zudrücken und aufziehen. Ich finde gewöhnungsbedürftig, dass der Deckel zu 180 Grad aufklappt, bevor der Anschlag an den Scharnieren greift, erst war ich erschrocken, dass der Deckel nicht stehen bleibt. Die Bögen halten gut in den Halterungen. Die Klettband-Sicherung am Hals des Instrumentes tut, was sie soll, und schützt insbesondere auch vor dem Herausfallen, wenn man vergessen hat, den Kasten zu schließen.
Die Karabiner der Gurte können -- wie bei den anderen Herstellern auch -- aushaken, wenn der Gurt locker hing oder lag, bevor man ihn belastet (aufheben oder auf den Rücken aufsetzen): wenn ein solcher Karabiner dann an der Öse verdreht ist, wird er seitlich belastet und kann aufgehen (insbesondere diese in sich biegsamen aus Kunststoff). Statt der Sicherungsschlaufen, die ein anderer Hersteller anbietet, hätte ich lieber einfache Schraub- oder selbstsichernde Karabiner, nur leider kann man die nicht so leicht tauschen. Vielleicht kann man sie mit Klebeband oder einem Stück Gummischlauch (das man zum Öffnen verschieben kann) um die Zunge fixieren?
Die Ösen für die Tragegurte sind offenbar nur dafür geplant, den Kasten auf dem Rücken zu tragen. Wenn da allerdings schon ein großer Rucksack ist, und man den Kasten an einem (oder beiden) der Gurte über eine Schulter hängt, ist der Schwerpunkt so, dass der Kasten, statt platzsparend senkrecht zu hängen, unpraktisch waagerecht hängt. Für diesen Zweck bräuchte man eine Öse 10cm mehr am spitzen Ende des Kastens. Ich habe als Ersatz für diese Öse eine Schlaufe gebunden, die zwischen Scharnier/Standfuß und Schließe eng um den Kasten zu legen ist, so dass man die Enden mit dem Karabiner eines Gurtes verbinden kann. Und als Sicherung vor dem Abrutschen (an der Schließe vorbei), und damit die Schlaufe bei geöffnetem Kasten nicht verloren geht, diese mit einem der Schnurenden in einer Handbreit Abstand an die vorhandene Öse gebunden. Das wirkt dann auch wie eine dritte Schließe, wenn man den vorhandenen (die allerdings sehr sicher wirken und nicht den Eindruck machen, als könnten sie irgendwo hängenbleiben und aufgehen) nicht trauen sollte.
In das Zubehörfach passen keine Ersatzsaiten, nur Kolophonium, Stimmgerät, etc. . In den Deckel passt auch nichts außer den Bögen, denn da sind längs zwei Verstärkungsstreben -- mehr Feature als Bug, denke ich. Diese haben mich allerdings etwas überrascht, als ich ein Stimmgerät an den Korpus der Geige geklemmt hatte -- wenn das nämlich, wie üblich, unauffällig direkt neben dem Griffbrett angebracht ist, geht der Deckel nicht zu, man muss zwei Fingerbreit Abstand lassen für die Verstärkungsstrebe (aber auch nicht mehr, weil es sonst mit dem Bogen kollidiert). Meine Ersatzsaiten sind also unter dem Hals im Halsfach (als Einzeltütchen), und ich habe das Glück, eine Schulterstütze zu haben, die sich ganz knapp -- wie eine Brücke mit etwas Abstand -- "auf" bzw. über den Hals des Instruments legen lässt.